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Autor/in: Maggie O'Farrell
Übersetzung: Anne-Kristin Mittag
Autor/in: Maggie O'Farrell
Übersetzung: Anne-Kristin Mittag

Judith und Hamnet

Roman | Ausgezeichnet mit dem Women's Prize for Fiction 2020 und British Book Award 2021

»Maggie O'Farrell ist eine absolute Ausnahmeerscheinung.« The Guardian Agnes sieht ihn und weiß: Das wird er sein. Dabei ist der schmächtige Lateinlehrer aus Stratford-upon-Avon noch nicht einmal achtzehn. Egal, besser, sie küsst ihn schnell. Besser, sie erwartet ein Kind, bevor ihr einer die Heirat verbieten kann. Vierzehn Jahre später sind es drei Kinder geworden. Doch wie sollen sie auskommen, solange ihr Mann wer weiß was mit diesen Theaterstücken treibt? Er ist in London, als Agnes im Blick ihres Sohnes den Schwarzen Tod erkennt. »Einer der berührendsten Romane, den ich seit Jahrzehnten gelesen habe.« Mariella Frostrup, BBC Radio 4

Taschenbuch 09/2020
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Autoreninformationen

Maggie O'Farrell, 1972 in Nordirland geboren, zählt zu den wichtigsten irisch-britischen Autorinnen ihrer Generation. Sie wurde mit dem Somerset Maugham Award und dem Costa Book Award ausgezeichnet, ihr Memoir »Ich bin, ich bin, ich bin« führte über Monate die SUNDAY-TIMES-Bestsellerliste an. Ihr neuer Roman »Judith und Hamnet«, ebenfalls ein SUNDAY-TIMES-Bestseller, gewann den Women's Prize for Fiction 2020 und den British Book Award 2021 für den besten Roman. Maggie O'Farrell lebt mit dem Schriftsteller William Sutcliffe und den drei gemeinsamen Kindern in Edinburgh.

Inhaltsverzeichnis

I

Ein Junge kommt eine Treppe herunter.

Der Abgang ist schmal und macht einen scharfen Knick. Der Junge nimmt, indem er sich an der Wand entlangschiebt, eine Stufe nach der anderen mit polternden Stiefelschritten.

Beinahe am Fuß der Treppe hält er kurz inne und schielt noch einmal über die Schulter hinauf, ehe er kurz entschlossen die letzten drei Stufen überspringt, wie er es immer tut. Beim Aufkommen stolpert er und schlägt mit den Knien auf dem Steinfußboden auf.

Es ist ein drückender, windstiller Tag im Spätsommer. Lange Bahnen aus Licht fallen durch das Zimmer im Erdgeschoss, und von draußen brennt die Sonne herein, sodass die Fenster wie vergitterte Platten Gelb im Putz leuchten.

Er steht auf und reibt sich die Knie. Blickt hierhin, die Treppe hoch. Blickt dorthin, ratlos, welchen Weg er einschlagen soll.

Das Zimmer ist leer. Nur das Feuer schwelt auf seinem Rost vor sich hin, orangefarbene Glut unter zart aufsteigenden Rauchspiralen. Die wunden Knie des Jungen pochen im Takt seines Herzschlags. Er verharrt mit einer Hand auf dem Riegel der Treppentür, die verschrammte lederne Spitze seines Stiefels in der Luft, bereit zum Sprung, zur Flucht. Seine hellen, beinahe goldenen Haare stehen ihm in kleinen Büscheln vom Kopf ab.

Es ist niemand da.

Er seufzt, atmet tief die warme, staubige Luft ein und geht durchs Zimmer zur Haustür und auf die Straße hinaus. Vom Lärm der Wagen, Pferde, Händler und anderen Menschen, die einander zurufen, von einem Mann, der einen Sack aus dem ersten Stock wirft, bekommt er nichts mit. Der Junge schlendert am Haus entlang und in den nächsten Eingang hinein.

Bei seinen Großeltern riecht es nach der ewig gleichen Mischung aus Holzrauch, Politur, Leder und Wolle, ähnlich und doch auf unbestimmbare Weise anders als in dem angrenzenden Zweizimmerhäuschen, das sein Großvater in eine schmale Lücke neben das größere Haus gebaut hat. Dort wohnt der Junge mit seiner Mutter und seinen Schwestern. Manchmal wundert er sich darüber, schließlich sind die beiden Wohnungen nur durch eine dünne Flechtwand getrennt, und trotzdem hat die Luft hier eine andere Note, einen anderen Geruch und eine andere Temperatur.

In diesem Haus pfeift es förmlich, so quirlig ist der Durchzug, so laut das Klopfen und Hämmern aus der Werkstatt seines Großvaters, das Pochen und Rufen der Kunden am Fenster, das lärmende Treiben auf dem Hinterhof, das Kommen und Gehen seiner Onkel.

Doch heute nicht. Der Junge steht im Durchgang und lauscht auf ein Lebenszeichen. Von hier aus kann er erkennen, dass die Werkstatt zu seiner Rechten leer ist. Die Hocker an den Werkbänken sind verwaist, die Werkzeuge liegen unbenutzt da, während die Handschuhe auf der Ablage daneben aussehen wie absichtlich hinterlassene Handabdrücke. Das Verkaufsfenster ist geschlossen und fest verriegelt. Niemand ist im Speisezimmer zu seiner Linken. Auf dem langen Tisch ein Stoß Servietten, eine unangezündete Kerze, ein Haufen Federn. Mehr nicht.

Aus seiner Kehle dringt ein Ruf, ein fragendes Geräusch. Einmal, zweimal gibt er diesen Laut von sich und wartet mit schief gelegtem Kopf auf eine Antwort.

Nichts. Nur das Knarren von Holzbalken, die sich sanft in der Sonne ausdehnen, das Seufzen eines Lufthauchs unter Türen und von Zimmer zu Zimmer, das Wispern von Leintüchern, das Knacken des Feuers, die unbestimmbaren Geräusche eines Hauses, das im Stillstand ist, leer.

Seine Finger krampfen sich um das Eisen der Türklinke. Die Hitze des Tages treibt ihm selbst jetzt noch den Schweiß auf die Stirn und den Rücken hinunter. Der Schmerz in seinen Knien wird stärker, stechend und verfliegt wieder.

Der Junge öffnet den Mund. Einen nach dem andern ruft er die Namen aller, die hier wohnen. Seine Großmutter. Die Magd. Seine Onkel. Seine Tante. Den Lehrling. Seinen Großvater. Der Junge probiert sie nacheinander durch, und kurz kommt ihm sogar der Gedanke, seinen Vater zu rufen, nach ihm zu schreien, doch der Vater ist Meilen und Stunden und Tage weit weg in London, wo der Junge noch nie war.

Aber wo, fragt er sich, sind seine Mutter, seine große Schwester, seine Großmutter, seine Onkel? Wo ist die Magd? Wo sein Großvater, der tagsüber eigentlich immer zu Hause ist und für gewöhnlich in der Werkstatt dabei anzutreffen, wie er seinen Lehrling schikaniert oder seine Einnahmen notiert? Wo sind denn alle? Wie können nur beide Häuser leer sein?

Der Junge wandert den Durchgang entlang. An der Tür zur Werkstatt bleibt er stehen und wirft einen prüfenden Blick über die Schulter, ehe er eintritt.

Die Handschuhwerkstatt seines Großvaters darf er nur sehr selten betreten. Es ist sogar verboten, in der Tür haltzumachen. »Steh da nicht bloß untätig herum«, brüllt sein Großvater dann. »Kann ein Mensch nicht mal ein ehrliches Stück Arbeit verrichten, ohne dass die Leute stehen bleiben und ihn angaffen? Hast du nichts Besseres zu tun, als da herumzulungern und Maulaffen feilzuhalten?«

Hamnet hat einen raschen Verstand: Dem Schulunterricht kann er mühelos folgen. Er erfasst Sinn und Logik dessen, was ihm gesagt wird, und er kann sich Dinge ohne Weiteres einprägen. Verben und Grammatik und Zeitformen und Rhetorik und Zahlen und Rechenergebnisse kann er sich so leicht ins Gedächtnis rufen, dass dies gelegentlich den Neid der anderen Jungen weckt. Ebenso leicht lässt er sich aber auch ablenken. Ein Karren, der während einer Griechischstunde auf der Straße vorbeifährt, lässt seine Gedanken unweigerlich von der Schiefertafel abschweifen. Er grübelt, wohin der Karren wohl unterwegs und mit was er beladen sein könnte, und dann das eine Mal, als sein Onkel ihn und seine Schwestern auf einem Heuwagen mitgenommen hatte, wie wunderbar das war, wie das frisch geschnittene Heu duftete und pikste und die Räder zum müden Hufschlag vorwärtsruckelten. Mehr als zweimal ist er in den letzten Wochen gezüchtigt worden, weil er nicht aufgepasst hatte (und die Großmutter hat gesagt, wenn das noch einmal, nur ein einziges Mal, vorkomme, würde sie seinen Vater verständigen). Die Lehrer können sich keinen Reim darauf machen. Hamnet lernt schnell und kann aus dem Gedächtnis zitieren, aber mit dem Kopf einfach nicht bei der Sache bleiben.

Beim Kreischen eines Vogels in der Luft kann er mitten im Satz abbrechen, als hätte es ihm aus heiterem Himmel die Sprache verschlagen. Sieht er aus dem Augenwinkel jemanden ins Zimmer kommen, kann er alles stehen und liegen lassen - essen, lesen, seine Schularbeiten -, und demjenigen entgegensehen, als sei er herbeigeeilt, um ihm eine wichtige Nachricht zu überbringen. Er neigt dazu, sich der wirklichen, greifbaren Welt um sich herum zu entziehen. Körperlich ist er zwar noch anwesend, gedanklich aber woanders, jemand anderes, an einem Ort, den nur er selbst kennt. »Wach auf, Kind«, schreit seine Großmutter dann und schnalzt mit den Fingern vor seinem Gesicht. »Komm zurück«, zischt seine große Schwester Susanna und schnippt ihm gegens Ohr. »Pass endlich auf«, brüllen seine Lehrer. »Wohin bist du gegangen?«, flüstert Judith ihm zu, wenn er schließlich wieder im Hier und Jetzt aufwacht, sich blinzelnd umsieht und feststellt, dass er zurück ist, zu Hause, am Tisch im Kreis der Familie, und seine Mutter ihn verschmitzt ansieht, als wüsste sie ganz genau, wo er gewesen ist.

Genau so ist Hamnet, als er jetzt das verbotene Reich der Handschuhwerkstatt betritt, entfallen, wozu er eigentlich hergekommen ist. Für einen Moment ist alles wie weggewischt - dass es Judith nicht gut geht und jemand nach ihr sehen muss, dass er ihre Mutter oder Großmutter oder irgendwen finden muss, der vielleicht weiß, was zu tun ist.

Von einer Stange hängen Felle herab. Hamnet kennt sich gut genug aus, um den rostroten getupften Balg eines Hirsches zu erkennen, das feine, schmiegsame Ziegenleder, die kleineren Felle von Eichhörnchen, die grobe, borstige Wildschweinhaut. Als er näher tritt, geht durch die Felle ein Rascheln und Raunen, gerade so, als könnte noch ein Fünkchen Leben in ihnen stecken, genug, um ihn zu hören. Hamnet streckt einen Finger aus und berührt die Ziegenhaut. Sie fühlt sich so unerfindlich weich an, wie Flussalgen, die an seinen Beinen entlangstreichen, wenn er an heißen Tagen schwimmen geht. Die Haut schwingt sanft hin und her, die Beine wie im Flug gespreizt, einem Vogel ähnlich oder einem Ghul.

Hamnet dreht sich um und betrachtet die zwei Arbeitsplätze an der Werkbank: den gepolsterten aus Leder, glatt gescheuert von den Kniebundhosen seines Großvaters, und den harten Holzhocker für Ned, den Lehrling. An der Wand darüber hängen die Werkzeuge. Er weiß genau, welche zum Schneiden, zum Dehnen, welche zum Stecken und Nähen sind. Aber der schmalere der beiden Handschuhstrecker - der für Frauen - ist nicht an seinem Platz. Er liegt auf dem Tisch, an dem Ned sonst mit gesenktem Kopf, gebeugten Schultern und eifrigen, flinken Fingern arbeitet. Hamnet weiß, dass sein Großvater den Jungen schon beim geringsten Anlass anbrüllt - oder Schlimmeres -, deshalb nimmt er den Handschuhstrecker, wiegt das warme Holz kurz in der Hand und hängt ihn dann an seinen Haken zurück.

Gerade als er die Schublade herausziehen will, in der die Garnknäuel und die Knopfschachteln aufbewahrt werden - sachte, sachte, weil er weiß, dass die Lade quietscht -, dringt ein Geräusch, ein leises Scharren oder Knarzen, an sein Ohr.

In Sekundenschnelle ist Hamnet im Durchgang und draußen auf dem Hof. Seine Aufgabe fällt ihm wieder ein. Was macht er da nur? Trödelt in der Werkstatt, während seine Schwester leidet - er muss Hilfe holen.

Eine nach der anderen reißt er die Tür zum Küchenhaus, zum Sudhaus, zur Waschküche auf. Allesamt leer, dunkel und kühl. Er ruft noch einmal, ein wenig heiser jetzt, der Hals kratzt ihm schon vom Schreien. Er lehnt sich an die Mauer des Küchenhauses und befördert eine Nussschale mit einem Tritt quer über den Hof. Er weiß weder ein noch aus. Irgendjemand sollte doch da sein. Irgendjemand ist immer da. Wo stecken bloß alle? Was soll er tun? Wie kann es sein, dass niemand zu Hause ist? Dass seine Mutter und Großmutter nicht wie sonst drinnen Ofentüren aufwuchten oder in irgendwelchen Töpfen über dem Feuer rühren? Er steht im Hof und blickt sich um: die Durchgangstür, die Sudhaustür, die Tür zu ihrem Haus. Wo soll er hin? Wen kann er zu Hilfe rufen? Und wo sind die anderen?

 

Jedes Leben hat seinen Kern, seinen Dreh- und Angelpunkt, von dem alles ausgeht, zu dem alles zurückkehrt. Für die abwesende Mutter ist es dieser Moment: der Junge, das leere Haus, der verwaiste Hof, der ungehörte Schrei. Wie er da hinterm Haus steht und nach den Menschen ruft, die ihn gefüttert, gewickelt, in den Schlaf gewiegt, bei seinen ersten Schritten an die Hand genommen und ihm beigebracht haben, einen Löffel zu benutzen, auf eine Brühe zu pusten, bevor er davon isst, sich beim Überqueren einer Straße in Acht zu nehmen, schlafende Hunde nicht zu wecken, einen Becher vor dem Trinken auszuspülen, nicht ins tiefe Wasser zu gehen.

Für den Rest ihres Lebens wird dieser Moment ihr zuinnerst eingeprägt sein.

 

Hamnet scharrt mit den Stiefeln durch den Streusand im Hof, wo noch die Überbleibsel eines Spiels herumliegen, mit dem Judith und er sich vorhin erst die Zeit vertrieben haben: Mit Kiefernzapfen an Schnüren haben sie die Jungen der Küchenkatze gelockt und an der Nase herumgeführt. Kleine Geschöpfe sind das, mit Gesichtern wie Stiefmütterchen und weichen Polstern an den Pfoten. Die Katze hatte sich in einem Fass in der Speisekammer verkrochen, um sie zur Welt zu bringen, und sie dort wochenlang versteckt. Hamnets Großmutter hatte überall nach dem Wurf gesucht, weil sie ihn, wie sonst auch, ertränken wollte, doch die Katze hatte das zu verhindern gewusst und ihre Jungen in Sicherheit gebracht. Jetzt sind sie halb ausgewachsen, die zwei, laufen herum, klettern an Säcken hoch, jagen Federn und Wollresten und Blättern nach. Judith hält es kaum ein paar Stunden ohne sie aus. Meistens steckt eins in ihrer Schürzentasche, eine verräterische Ausbuchtung, ein spitzes Ohrenpaar, das hervorlugt, woraufhin die Großmutter wieder losschreit und mit der Regentonne droht. Dann raunt Hamnets Mutter ihnen zu, dass die Jungen zu groß sind, um noch ertränkt zu werden. »Sie könnte es jetzt nicht mehr«, sagt sie, wenn die drei unter sich sind, und wischt Judith die Tränen aus dem entsetzten Gesicht. »Sie hätte gar nicht den Mumm dazu. Die Kleinen würden sich doch wehren, sie würden kämpfen.«

Jetzt schlendert Hamnet zu den verlassenen Kiefernzapfen, deren Bänder sich durch die zerstampfte Erde schlängeln. Die Kätzchen sind nirgends zu sehen. Mit der Fußspitze stupst er einen Zapfen an, der in einem ungleichmäßigen Bogen fortkullert.

Er sieht zu den beiden Häusern hoch, den vielen Fenstern des großen und dem dunklen Eingang seines eigenen. Normalerweise wären er und Judith hellauf begeistert, plötzlich allein zu sein. In genau diesem Moment würde er mit Engelszungen auf sie einreden, dass sie mit ihm aufs Dach des Küchenhauses klettert, wo ein Pflaumenbaum seine Zweige über die Nachbarsmauer reckt. Sie biegen sich unter dem Gewicht der vielen Pflaumen, deren rotgoldene Haut vor Reife schier platzt; schon vor Tagen hat Hamnet sie durch eines der oberen Fenster bei seinen Großeltern erspäht. Wenn dies ein normaler Tag wäre, würde er Judith trotz ihrer Einwände aufs Dach hinaufschieben, damit sie ihre Taschen mit gestohlenen Früchten vollstopfen kann. Arglos, wie sie ist, tut sie nicht gern etwas Unehrliches oder Verbotenes, und doch kann Hamnet sie gewöhnlich mit ein paar Worten umstimmen.

Als sie aber heute mit den Katzenjungen spielten, die ihrem verfrühten Tod entronnen waren, hatte Judith gesagt, dass sie Kopfschmerzen habe und ihr der Hals wehtue, dass ihr kalt sei, dann warm. Sie war hineingegangen, um sich hinzulegen.

Hamnet kehrt ins Haupthaus zurück. Gerade als er vom Gang auf die Straße hinaustreten will, hört er etwas, ein Klicken oder Knarren, ein winziges Geräusch nur, aber eindeutig das eines anderen Menschen.

»Hallo?«, ruft Hamnet. Er wartet. Nichts. Stille flutet aus dem Speisezimmer und der Stube dahinter. »Wer ist da?«

Einen Augenblick, nur einen kurzen Augenblick lang, schwelgt er in der Vorstellung, dass sein Vater aus London heimgekehrt sein könnte, um sie zu überraschen. Das war schon vorgekommen. Sein Vater ist da, er steht gleich hinter dieser Tür und hält sich vielleicht nur zum Spaß versteckt, um sie ein wenig hinters Licht zu führen. Wenn Hamnet ins Zimmer tritt, wird sein Vater hervorspringen; seine Tasche und sein Geldbeutel werden mit Geschenken vollgestopft sein; er wird nach Pferden, nach Heu, nach vielen Tagen auf der Straße riechen; er wird seinen Sohn in die Arme schließen, und der wird die Wange an die groben, kratzigen Verschlüsse am Wams seines Vaters drücken.

Natürlich ist es nicht sein Vater. Hamnet weiß es einfach. Der Vater würde auf seine Rufe antworten, er würde sich nie so verstecken, wenn niemand zu Hause ist. Dennoch spürt Hamnet beim Betreten der Stube ein sickerndes, sackendes Gefühl der Enttäuschung in der Brust, als er dort seinen Großvater neben dem niedrigen Tisch sieht.

Im Zimmer ist es düster, vor fast alle Fenster sind die Vorhänge zugezogen. Sein Großvater kauert mit dem Rücken zu ihm und ist mit irgendetwas zugange: Papieren, einem Stoffsack, Rechenmünzen. Auf dem Tisch steht ein Krug, daneben ein Becher. Die Hand seines Großvaters umkreist unschlüssig diese Gegenstände; sein Kopf ist gebeugt, sein Atem geht stoßweise und schnaufend.

Hamnet räuspert sich höflich.

Wutentbrannt schwenkt sein Großvater herum und rudert mit den Armen, als müsse er einen Angreifer abwehren.

»Wer da?«, schreit er. »Wer ist das?«

»Ich bin's.«

»Wer?«

»Ich.« Der Junge tritt in den schräg durchs Fenster fallenden Lichtstreifen. »Hamnet.«

Sein Großvater lässt sich wieder auf den Stuhl plumpsen. »Du hast mir einen Heidenschrecken eingejagt«, ruft er. »Was schleichst du hier so herum?«

»Bitte entschuldige«, sagt Hamnet. »Ich habe gerufen und gerufen, aber keiner hat geantwortet. Judith ist ...«

»Sie sind nicht da«, schneidet ihm sein Großvater mit einer knappen Handbewegung das Wort ab. »Was willst du nur immer mit diesen ganzen Weibern?« Er packt den Krug und zielt damit auf seinen Becher. Die Flüssigkeit - Ale, denkt Hamnet - schwappt heraus, ein Teil in den Becher, ein Teil daneben auf den Tisch. Fluchend tupft sein Großvater mit dem Ärmel die Papiere ab, und Hamnet kommt zum ersten Mal der Gedanke, dass er vielleicht betrunken sein könnte.

»Weißt du, wo sie sind?«, fragt er.

»Was?«, sagt der Großvater, immer noch mit seinen Papieren befasst. Seine Verärgerung über den angerichteten Schaden scheint wie ein Rapier aus ihm herauszufahren und auf der Suche nach einem Gegner durchs Zimmer zu wandern, und kurz kommt dem Jungen das Haselholz seiner Mutter in den Sinn, wie es zum Wasser hinzieht, nur dass er keine Wasserader ist und die Wut seines Großvaters nicht die zitternde Wünschelrute. Diese Wut ist schneidend, scharf und unberechenbar. Hamnet hat keine Ahnung, was ihm blüht oder was er jetzt tun soll.

»Steh da nicht so untätig rum«, faucht sein Großvater. »Jetzt hilf mir schon!«

Hamnet macht einen schlurfenden Schritt nach vorn, dann noch einen. Er ist auf der Hut, die Worte seines Vaters immer im Hinterkopf: »Halt dich von deinem Großvater fern, wenn er wieder eine seiner Launen hat. Sieh zu, dass du einen weiten Bogen um ihn machst. Hörst du?«

Das hatte ihm der Vater bei seinem letzten Besuch gesagt. Sie hatten dabei geholfen, einen Wagen von der Gerberei auszuladen, als John, sein Großvater, ein Bündel Felle in den Schmutz fallen ließ und vor Wut ein Schälmesser gegen die Hofmauer schleuderte. Der Vater hatte Hamnet sofort beiseite- und hinter sich gezogen, aber John war ohne ein weiteres Wort an ihnen vorbei ins Haus gestürmt. Da hatte der Vater Hamnets Gesicht zwischen beide Hände genommen, die Finger in seinem Nacken eingerollt und ihn fest angesehen. »Deinen Schwestern wird er nichts tun, aber um dich mache ich mir Sorgen«, murmelte er mit gerunzelter Stirn. »Du weißt, welche Launen ich meine, oder?« Hamnet hatte genickt, sich zugleich aber gewünscht, dass der Moment andauern, der Vater seinen Kopf noch länger so halten möge: Es gab ihm ein Gefühl von Leichtigkeit und Sicherheit, davon, bis ins Innerste erkannt und geschätzt zu werden. Gleichzeitig spürte er eine zähe Unruhe in sich aufwogen wie eine Mahlzeit, die sein Magen nicht vertrug. Er dachte an das schneidende Hickhack der Worte zwischen seinem Vater und Großvater, und wie der Vater sich unaufhörlich am Kragen herumzerrte, wenn er mit seinen Eltern am Tisch saß. »Schwör es mir«, hatte sein Vater mit heiserer Stimme gesagt, als sie da im Hof standen. »Schwöre. Ich muss wissen, dass du in Sicherheit bist, wenn ich nicht da bin, um dafür zu sorgen.«

Hamnet nimmt an, dass er sein Wort hält. Er bleibt weit zurück, auf der anderen Seite des Kamins. Hier kann ihn sein Großvater nicht kriegen, selbst wenn er wollte.

Der Großvater leert seinen Becher mit einer Hand, schüttelt mit der anderen die letzten Tropfen von einem Blatt Papier. »Nimm das«, befiehlt er und hält es ihm hin.

Hamnet beugt sich vor, als ob ihm die Füße am Boden festgewachsen wären, und nimmt es mit den Fingerspitzen entgegen. Die Augen seines Großvaters sind zu wachsamen Schlitzen verengt, seine Zunge guckt aus dem Mundwinkel hervor. Er sitzt zusammengekauert auf seinem Stuhl - eine alte, traurige Kröte auf einem Stein.

»Und das hier.« Sein Großvater hält ihm noch eine Seite hin.

Mit gebührendem Abstand beugt sich Hamnet ein zweites Mal vor. Wie stolz sein Vater jetzt wäre, wie zufrieden.

Flink wie ein Fuchs macht sein Großvater einen Satz nach vorn. Alles geht so schnell, dass Hamnet gar nicht weiß, wie ihm geschieht: Das Blatt segelt auf den Boden zwischen ihnen, sein Großvater packt ihn am Handgelenk, dann am Ellbogen und zerrt ihn in die Lücke, den Abstand, den er nach den Worten des Vaters hatte einhalten sollen. Im nächsten Moment hebt der Großvater auch die andere Hand, die immer noch den Becher hält. Hamnet sieht nur noch Schlieren vor sich - rot, orange, die Farben des Feuers, die auf ihn einstürzen -, ehe er den Schmerz spürt. Es ist ein scharfer, stechender, knüppelharter Schmerz. Der Becherrand hat ihn direkt unter der Augenbraue getroffen.

»Das wird dir eine Lehre sein«, sagt sein Großvater ruhig, »dich so an Leute heranzuschleichen.«

Tränen schießen Hamnet in die Augen.

»Und flennst noch wie ein kleines Mädchen? Genauso eine Memme wie der Vater«, setzt der Großvater verächtlich hinzu und lässt los. Hamnet springt zurück und stößt mit dem Schienbein gegen das Faulbett. »Immer nur am Heulen und Jammern und Klagen. Kein Rückgrat. Kein Verstand. Das war von Anfang an sein Problem. Hat immer gleich gekniffen.«

Hamnet rennt auf die Straße hinaus. Er wischt sich mit dem Ärmel übers Gesicht und tupft das Blut ab, macht dann die eigene Haustür auf und steigt hastig die Treppe hinauf, wo neben dem großen, mit Vorhängen versehenen Bett ihrer Eltern eine Gestalt auf dem Strohsack zusammengesunken ist. Sie trägt noch immer das braune Leinenhemd, dazu eine weiße Haube, deren Bänder sich lose an ihrem Hals herunterschlängeln, und liegt auf statt unter der Decke. Nur die Schuhe hat sie von sich geschleudert, die jetzt wie ein Paar leere Hülsen umgestülpt neben ihr liegen.

»Judith«, sagt der Junge und berührt ihre Hand. »Geht es dir besser?«

Die Lider des Mädchens heben sich. Sie starrt ihren Bruder einen Augenblick lang wie aus weiter Ferne an, ehe ihr die Augen wieder zufallen. »Ich schlafe«, murmelt sie.

Sie hat das gleiche herzförmige Gesicht wie er, den gleichen spitzen Haaransatz, das gleiche unbändige kornfarbene Haar. Die Augen, die so flüchtig auf ihm lagen, sind von der gleichen Farbe - einem warmen, goldgesprenkelten Bernsteinton -, dem gleichen Schnitt wie seine eigenen. Der Grund dafür: Sie teilen sich einen Geburtstag, so, wie sie sich einmal den Leib ihrer Mutter geteilt haben. Der Junge und das Mädchen sind Zwillinge, im Abstand von wenigen Minuten geboren. Sie ähneln einander so sehr, als wären sie in derselben Glückshaube auf die Welt gekommen.

Er schließt seine Finger um ihre - die gleichen Nägel, die gleiche Form der Knöchel, obwohl seine schon etwas größer, breiter, schmutziger sind - und schiebt den Gedanken beiseite, wie klamm und heiß sie sich anfühlen.

»Wie geht es dir?«, fragt er. »Besser?«

Sie rührt sich, krümmt ihre Finger in seinen. Ihr Kinn hebt und senkt sich wieder. Unterhalb des Kehlkopfs entdeckt der Junge eine Schwellung. Und eine weitere, wo ihr Hals in die Schulter übergeht. Er starrt sie an. Ein Paar Wachteleier unter Judiths Haut. Blass und oval liegen sie dort eingebettet, als warteten sie nur darauf zu schlüpfen. Eins an ihrem Hals, eins an ihrer Schulter.

Sie flüstert etwas, ihre Lippen teilen sich, die Zunge bewegt sich in ihrem Mund.

»Was hast du gesagt?«, fragt er und beugt sich hinunter.

»Dein Gesicht«, wiederholt sie. »Was ist mit deinem Gesicht?«

Er fasst sich an die Augenbraue und fühlt die Schwellung dort, das nasse, frische Blut. »Nichts. Es ist nichts«, erwidert er gedankenverloren. Und fährt eindringlicher fort: »Pass auf, ich hole jetzt den Arzt. Ich bin bald wieder da.«

Sie sagt noch etwas.

»Mama?«, wiederholt er. »Sie ... sie kommt. Sie ist nicht weit.«

 

In Wirklichkeit ist sie über eine Meile weit weg.

Agnes hat von ihrem Bruder ein Stück Land bei Hewlands gepachtet, das sich von dem Haus, in dem sie geboren wurde, bis zum Wald erstreckt. Hier hält sie Bienen in geflochtenen Hanfkörben, die von einem emsigen, hoch konzentrierten Summen erfüllt sind. Es gibt Reihen von Kräutern, Blumen, Pflanzen und Stielen, die sich an Stützzweigen heraufwinden. »Agnes' Hexengarten«, nennt ihre Stiefmutter es nur und verdreht die Augen.

In den meisten Wochen kann man Agnes dabei zusehen, wie sie die Reihen dieser Pflanzen abschreitet, Unkraut jätet, die Hand auf die Windungen ihrer Bienenstöcke legt, hier und da einen Trieb beschneidet und bestimmte Blüten, Blätter, Kapseln und Samen in einem Lederbeutel an ihrer Hüfte verschwinden lässt.

Heute aber ist sie von ihrem Bruder herbeigerufen worden, der den Schäferssohn losgeschickt hat, weil mit den Bienen etwas nicht stimmt - sie haben den Stock verlassen und sammeln sich in den Bäumen.

Agnes umrundet die Körbe und lauscht auf das, was die Bienen ihr mitteilen. Sie mustert den Schwarm im Obstgarten, einen auf sämtliche Äste verteilten schwärzlichen Fleck, der vor Empörung regelrecht bebt. Etwas hat die Bienen in Aufruhr versetzt - das Wetter, ein Temperaturwechsel oder vielleicht ein Störenfried? Eines der Kinder, ein verirrtes Schaf, ihre Stiefmutter?

Sie lässt ihre Hand von unten in einen der Körbe hineingleiten und fährt an der Schicht der verbliebenen Bienen entlang. Im kühlen, fließenden Schatten der Bäume steht sie in einem einfachen Gewand, der dicke Zopf ist unter einer weißen Bundhaube auf ihrem Scheitel festgesteckt. Keine Bienenkappe bedeckt ihr Gesicht - sie trägt nie eine. Von Nahem würde man sehen, dass ihre Lippen sich bewegen, weil sie die Insekten, die ihren Kopf umkreisen, sich auf ihren Ärmel oder in ihr Gesicht verirren, mit kleinen Geräuschen und Klicklauten beschwichtigt.

Sie zieht eine Honigwabe aus dem Korb und geht in die Hocke, um sie in Augenschein zu nehmen. Die ganze Oberfläche wimmelt von etwas, das ein einziges lebendiges Gebilde zu sein scheint, braun mit goldenen Streifen, die Flügel wie winzige Herzen. Es sind Hunderte Bienen, die sich an ihre übervolle Wabe klammern, ihre Arbeit, ihren Lohn.

Sie hebt ein schwelendes Rosmarinbündel und fächelt damit sanft über die Wabe. Eine Rauchfahne zieht durch die stille Augustluft. Die Bienen fliegen geschlossen auf und schwärmen aus, eine Wolke ohne Ränder, ein Netz in der Luft, das wie von Zauberhand immer wieder ausgeworfen wird.

Sachte, sachte schabt sie das bleiche Wachs in einen Korb, und der Honig löst sich als vorsichtiger, beinahe widerstrebender Tropfen von der Wabe. Zäh wie Harz, orangegolden, scharf nach Thymian und der blumigen Süße von Lavendel duftend, rinnt er in den Topf, den Agnes bereithält, ein anschwellender, verschlungener Faden, der sich von der Wabe nach unten zieht.

Plötzlich ist da das Gefühl einer Veränderung, eines Lufthauchs. Als wäre ein Vogel lautlos über sie hinweggeflogen. Noch immer in der Hocke, blickt Agnes auf. Die Bewegung erfasst ihre Hand, und Honig tropft ihr aufs Handgelenk, läuft ihr über die Finger und am Topf herunter. Agnes runzelt die Stirn, legt die Honigwabe ab und steht, sich die Fingerspitzen leckend, auf.

Sie überblickt die strohgedeckten Dachvorsprünge von Hewlands zu ihrer Rechten, das weiße Geröll der Wolken darüber, die rauschenden Äste des Waldes zu ihrer Linken, den Bienenschwarm in den Apfelbäumen. In der Ferne treibt ihr zweitjüngster Bruder eine Schafherde mit einer Gerte den Reitweg hinunter, umkreist von dem hierhin und dorthin tollenden Hund. Alles ist so, wie es sein sollte. Einen Moment lang starrt Agnes auf den holprigen Zug der Schafe, ihre dahinhuschenden Klauen, ihr schmutziges, schlammverkrustetes Fell. Eine Biene landet auf ihrer Wange; sie streicht sie weg.

Später, und für den Rest ihres Lebens, wird sie glauben, dass sie, wenn sie nur auf der Stelle aufgebrochen wäre, ihre Taschen, ihre Pflanzen, ihren Honig zusammengesucht und den Weg nach Hause angetreten, wen

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Produktdetails

EAN / 13-stellige ISBN 978-3492070362
10-stellige ISBN 3492070361
Verlag Piper Verlag GmbH
Sprache Deutsch
Originalsprache Englisch
Editionsform Hardcover / Softcover / Karten
Einbandart Taschenbuch
Erscheinungsdatum 14. September 2020
Seitenzahl 416
Originaltitel Hamnet
Format (L×B×H) 12,9cm × 20,4cm × 4,0cm
Gewicht 538g
Warengruppe des Lieferanten Belletristik - Erzählende Literatur
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