Natürliche Ziele – Robert Spaemann, Reinhard Löw | buch7 – Der soziale Buchhandel
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Natürliche Ziele

Geschichte und Wiederentdeckung des teleologischen Denkens

Die neuzeitliche Naturwissenschaft beginnt mit dem Verzicht auf die Frage nach der Zielgerichtetheit natürlicher Prozesse. Diese Frage ist nach einem Wort von Francis Bacon »wie eine gottgeweihte Jungfrau, die nichts gebiert«. Naturbeherrschung ist Eingreifen in natürliche Prozesse auf Grund der Einsicht in kausalgesetzliche Bedingungszusammenhänge. Um Naturbeherrschung aber geht es dem neuzeitlichen Typus von Wissenschaft. »Eine Sache kennen, heißt wissen, was man mit ihr machen kann, wenn man sie hat«, schreibt Thomas Hobbes. Es gibt aber eine andere Weise des Kennens, für welche die Natur nicht primär Herrschaftsobjekt ist, sondern unser Zuhause; natürliche Lebewesen, nicht nur Verwertungsmaterial, sondern Mitgeschöpfe, unverwandt und zeitlebens selbst auf etwas aus.

Taschenbuch 08/2005
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Autoreninformationen

Robert Spaemann, geboren 1927 in Berlin, promovierte 1952 in Münster; danach als Verlagslektor und Universitätsassistent tätig. Seit 1962, nach der Habilitation in den Fächern Philosophie und Pädagogik lehrte Robert Spaemann als ordentlicher Professor an den Universitäten Stuttgart, Heidelberg und München.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einführung
Die Frage »Warum?«
Die Antworttypen auf die Warum-Frage
Die Warum-Frage im Bereich des Lebendigen

I. Platons Konzept der Teleologie
1. Teleologie und platonische Ideenlehre
2. Platons Lehre von der Bewegung
3. Teleologie und platonische Eros-Lehre
4. Teleologie und politische Philosophie

II. Aristoteles
1. Dynamis und ousia als Konstituentien der aristotelischen Theorie    der Bewegung
2. Die aristotelische Lehre von der Bewegung
3. Immanente und transzendente Teleologie

III. Die Ausweitung der Teleologie in der Spätantike und ihre ontotheologische    Fundierung in der Scholastik
1. Die Universalteleologie im stoischen Denken
2. Die Vollendung der teleologischen Weltsicht: Thomas von Aquino (1225-1274)
3. Höhepunkt und Peripetie des teleologischen Denkens

IV. Krise und Entmachtung des teleologischen Denkens bis zur Frühneuzeit
1. Die Krise der Naturteleologie im Hochmittelalter und der Frühneuzeit.
Argumente und Motive bei Buridan, Bacon, Descartes
2. Die Inversion des teleologischen Denkens
3. Nietzsches Angriff auf die invertierte Teleologie (Vorgriff)

V. Vermittlungsversuche zwischen Teleologie und Universalmechanik bei Leibniz,    Wolff und Kant
1. Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716)
2. Christian Friedrich Wolff (1679-1754)
3. Immanuel Kant (1724-1804)
4. Die verschiedenen Formen der Zweckmäßigkeit bei Kant
5. Das Verhältnis von kausalmechanischer und teleologischer Naturinterpretation
6. Die ontologische Dimension des Teleologieproblems
7. Die praktisch-philosophische Dimension des Teleologieproblems
8. Das Teleologieproblem im Werk des späten Kant (nach 1796)

VI. Teleologie im Deutschen Idealismus: Fichte, Schelling, Hegel
1. Johann Gottlieb Fichte (1762-1814)
2. Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1175-1854)
3. Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831)

VII. Die Radikalisierung und Zerstörung der Erhaltungsteleologie im    19. Jahrhundert
1. Arthur Schopenhauer (1778-1859)
2. Friedrich Nietzsche (1844-1900)

VIII. Die Vollstreckung des Antiteleologismus durch die Naturwissenschaft    des 19. und 20. Jahrhunderts
1. Grundlagen des biologischen Darwinismus
2. Evolutionstheorie und Teleologie
3. Die Ausweitung der Evolutionstheorie auf das gesamte Gebiet der Wissenschaft
4. Die entteleologisierte Wirklichkeit

IX. Kritik am Antiteleologismus
1. Gegenkritik an der Evolutionstheorie
2. Gegenkritik an der wissenschaftstheoretischen Analyse des Teleologieproblems

X. Die wiederentdeckte Teleologie
1. Zum symbolischen Charakter der Sprache
2. Das Mißlingen der »Entanthropomorphisierung«
3. Der neue Status der Evolutionstheorie
4. Zur »Notwendigkeit« teleologischen Denkens
5. Teleologisches Denken und Beweislast
6. Teleologie und Interesse
7. Der ontologische Status der Teleologie

XI. Teleologie und Teleonomie

Anmerkungen
Verzeichnis der verwendeten Literatur (Auswahl)
Register

Produktdetails

EAN / 13-stellige ISBN 978-3608941210
10-stellige ISBN 3608941215
Verlag Klett-Cotta Verlag
Sprache Deutsch
Editionsform Hardcover / Softcover / Karten
Einbandart Taschenbuch
Erscheinungsdatum 1. August 2005
Seitenzahl 308
Format (L×B×H) 23,0cm × 15,6cm × 3,2cm
Gewicht 533g
Warengruppe des Lieferanten Geisteswissenschaften - Philosophie
Mehrwertsteuer 5% (im angegebenen Preis enthalten)
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